Am 31. August, am späten Montagnachmittag, fiel Exchange Online aus – und mit ihm MS Teams, SharePoint, Purview, Defender XDR und einige andere Dienste. Zigtausende Unternehmen waren auf einen Schlag kommunikations-, teilweise handlungsunfähig. Auslöser war kein orchestrierter Großangriff und keine Naturkatastrophe, sondern laut Microsoft ein „Problem mit der Authentifizierungskomponente“ – im Netz wurde gemunkelt, es handele sich ganz banal um ein abgelaufenes Zertifikat. Kann ja den Besten passieren.
Tatsächlich zeigt dieser Ausfall vor allem, wie anfällig moderne IT-Infrastruktur wird, wenn zu viel in den Händen eines Anbieters liegt. Es ist ja so wundervoll bequem, für Anwender ebenso wie für Admins und Controller: Microsoft liefert Mail und Chat, Identität, Zusammenarbeit, Dateiablage und Security, alles über Single Sign-on eng miteinander verknüpft und in einem übersichtlichen Firmenabo enthalten. Bloß reißt dann schon ein einzelner Fehler in der Authentifizierung bei Microsoft das halbe Unternehmen in den Abgrund. Wer dann den Notfallplan in SharePoint abgelegt hat und die Krisenkommunikation über Teams laufen lässt, ist mächtig gekniffen.